Heute wurde in der Sendung Planet Wissen im WDR ausführlich über die Entstehung und Entwicklung des Fair-Trade Siegels Transfair informiert. Den ganzen Film gibt´s hier (Dortmund wird erst in Minute 49:30 bis 53:30 erwähnt):

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Ich möchte einige Sätze aus meiner Sicht dazu schreiben. Zunächst ist Transfair engagiert und bemüht, den Menschen in den sog. Entwicklungsländern zu helfen und hat auch einiges bewegt. Wachstum und Bekanntheit des Siegels wurden aber mit Kompromissen erkauft. So sehe ich aktuell zwei Schwächen dieses Siegels: Erstens werden zwar Projekte als Fair zertifiziert, haben damit aber noch keinen Abnehmer gefunden. Im Zweifel müssen sie ihre Produkte dann doch ohne Mindestpreis und ohne Sozialzuschlag auf dem Weltmarkt verkaufen. Dies ist bei Projekten z.B. von Rapunzel Naturkost oder BioladenFair anders. Hier bestehen direkte Verbindungen zwischen den Produzenten und den Verarbeitern, die auch den Verkauf der Produkte sichern.
Zweitens hört bei Transfair der faire Handel nach dem Anbau auf. Der (europäische) Verarbeiter zahlt zwar für die FairTrade Ware einen höheren Preis, ob sein Unternehmen aber selber fair handelt, wird nicht geprüft. Ebenso wenig wird geprüft, ob schließlich der Händler, der die Produkte verkauft, fair handelt. Hier in Deutschland wäre ein solcher fairer Handel z. B. an Tariflöhnen und langfristigen, kooperativen Handelsbeziehungen zu erkennen. Bei z.B. Lidl habe ich da so meine Bedenken. Das es anders geht, zeigen andere Fair-Trade Organisationen wie z.B. die GEPA, die auch die verarbeitenden Betriebe in ihr Regelwerk aufgenommen hat.
Persönlich bin ich der Meinung, dass Fair-Trade auch Bio sein sollte. Dann ergeben sich die im Film angesprochenen Probleme mit einem Mengenausgleich erst gar nicht. Denn für Bio muss das Produkt bis zum Erzeuger zurück zu verfolgen sein und ist dann auch wirklich fair gehandelt.
Hier als Beispiel ein BioladenFair-Projekt:
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